Rainer Wieczorek liest aus seiner literarischen Biographie »Im Gegenlicht: Heinz Sauer«

Lesung Kulturhof Velbrück

Dienstag, den 2. November 19:30

(In Kooperation mit der Lit.Eifel und dem Dittrich Verlag)

Eine außergewöhnliche Lesung mit einem Buch zu einem Ausnahme-Musiker: dem Tenorsaxofonisten Heinz Sauer.

»Ich dachte eigentlich, dass ich Heinz Sauer kenne, aber ich muss feststellen: Ich kenne ihn jetzt wesentlich besser.«
Guenter Hottmann, u.a. langjähriger hr-Jazzredakteur

»So kann man Heinz Sauer irritierend nah kennenlernen, ohne faktenreiche biografische Erzählung. Nichts fehlt diesem Buch – außer der Wirklichkeit der Musik. Aber das ist ein anderes Medium, eine andere Wirklichkeit.«
Hans-Jürgen Linke, Jazzthetik, März-April 2021.

»Eine großartige Lektüre – literarisch ambitioniert und total spannend.«
Bert Noglik, Jazzpublizist

Heinz Sauer bleibt seit vielen Jahrzehnten mit seinem expressiven Ton, mit seiner Schärfe und schroffen Phrasierungskunst auf dem Tenorsaxofon unverwechselbar. Tourneen mit Albert Mangelsdorff führten ihn um die ganze Welt. Im letzten Jahrzehnt waren es vor allem Duo-Konzerte mit Michael Wollny, die den beiden zahlreiche Preise einbrachten und demonstrierten, dass Sauer ein gewichtiger Teil unserer musikalischen Gegenwart ist.

Dieses Buch, an dessen Entstehung Heinz Sauer selbst mitwirkte, ist auch das Ergebnis langsam gewachsenen gegenseitigen Vertrauens. Es erzählt vom Jazz Sauers und von den Lebensbedingungen, unter denen sich dieser entwickelte. Es lässt sich auch als ein Stück Kulturgeschichte lesen.

Der Autor:

Rainer Wieczorek, 1956 in Darmstadt geboren, lebt dort mit Frau und Tochter.

Dem Genre der Künstlernovelle gab er im letzten Jahrzehnt neue Impulse, wofür er mehrere Literaturpreise erhielt, zuletzt den Martha Saalfeld-Förderpreis des Landes Rheinland-Pfalz.

Impressionen der Veranstaltung

Er ist bekannt als preisgekrönter Meister der Künstlernovellen. Als der Autor, der den großen und doch als unnahbar geltenden Jazz-Musiker Heinz Sauer, bis tief ins Innerste porträtierte und in den Zeilen seines Buches literarisch melodiös verarbeitet.

Der Autor signierte für die Lit.Eifel-Gäste sein Werk und wurde dabei sogar gerne fotografiert. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Mit der Lit.Eifel-Lesung erhielt man wohlschmeckende Kostproben und Köstlichkeiten. Für die Gäste signierte der Autor am Ende auch gerne mit persönlicher Widmung.

Im Gespräch mit Moderatorin Marietta Thien plauderte Rainer Wieczorek über Details zum Buch und sein Leben als Autor und Lehrer. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Aus seinem Schaffenswerk „Im Gegenlicht: Heinz Sauer“ las Rainer Wieczorek für die Lit.Eifel im Kulturhof Velbrück in einem ambientereichen Raum, der einst als Schweinestall gedient hatte, und an diesem Abend heimelig die Zuhörer „einfing“ und die Dichte und Nähe zu dem Autor hochschraubte – so nah, so als säße man zu Dritt mit ihm und Heinz Sauer auf einem Salonsofa. Rainer Wieczorek bringt das klangmächtige Jazz-Genie durch geistreiche wie gelungene Passagen näher, den schwierigen Musiker, der seine Bühnenpartner bei der Improvisation mit geistreichen Passagen versorgte und dann wieder mit wenigen Gegentönen versauern ließ, wenn ihm danach war. Dessen Vater die Beziehung abbrach, der eine schwierige Schulzeit durchstand.

Die Atmosphäre im ehemaligen Schweinestall war gelungen und erlaubte Sofa-Wohnzimmer-Gefühl. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Zwischendurch wurden vom Band jazzige Töne eingeflochten. Kurz und prägnant, die die Eigenwilligkeit Sauers hörbar transportierten, sein Wollen, durchaus ein großes Risiko einzugehen, in der Klaviatur der Noten daneben zu greifen, wenn man mit wenigen Tönen pointieren will. Es rundet das Bild, das den begnadeten Musiker ausmacht. Aber auch klarmacht, dass Heinz Sauer eben nicht der typische Amerika-Main-Stream-Jazzer ist. Es ist ein gelungenes Gesamtpaket, das Wieczorek, der im „wahren“ Leben Lehrer ist, schmeichelnd, in portionierten Häppchen, auf Umwegen und ohne viel Brimborium vermittelt.

Die Lit.Eifel-Lesung im Kulturhof Velbrück machte Autor Rainer Wieczorek sichtlich Spaß. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Warum er gerne Künstler porträtiert? wird er gefragt. Und zwar mittlerweile so erfolgreich, dass er sogar von deren Management angefragt wird. „Ich werde angeregt durch Kunst“, bekennt Wieczorek, der selber Posaune spielt, und fügt hinzu: „Ich empfinde das als Spielangebot für Erwachsene.“ Es treibt ihn sozusagen an und gibt ihm die Richtung wie ein Kompass vor.


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